Über das Glück nach der Lektüre von Schopenhauer, in Kalifornien 6.
Über das Glück - ach, wunderbares Wort!- lest bei Schopenhauer nach.
Meine Analyse ist lautvergleichend, nicht objektiv.
Es gibt viele Lücken im Glück, auch verrückt und bedrückt stecken im luck.
Im Bulgarischen wird das Glück, schtastie, oft verschluckt, viel sch und t, viel scht,
Schweigen ist im Glück,
auch viel st, Angst, Steine, Stolpern, Stolz, Stelle, Stop.
Das Phänomen schtastie und sein Verschlucken im Hals
sind so angenehm zu erforschen.
Nicht der quälende Wunsch nach Glück, sondern ehrliches Stottern
taucht in den anderen Sprachen auf.
Happiness stolpert bei dem p.
Glück gluckert leise in der Kehle, kasmet, um genau zu sein,
kismet wird es richtig ausgesprochen,
gerinnt und wird sauer bei Aufbewahrung außerhalb des Kühlschranks,
du willst es nicht schlucken und fängst an, konvulsivisch zu stottern
bei dem a, entsprechend bei dem i.
Die Behältnisse zur Aufbewahrung des Glücks sind offenbar von Bedeutung.
noch eines der verbotenen worte
noch eines der verbotenen worte
ist das erste Gedicht Tzveta Sofronievas, geschrieben auf Deutsch, Mai 1999
Erstveröffentlichung in Verbotene Worte (Biblion: 2005).
Über das Glück nach der Lektüre von Schopenhauer, in Kalifornien, 6 . ist der letzte Teil des gleichnamigen Gedichtzyklus der 2005 in der Villa Aurora geschrieben wurde. Erstveröffentlichung bei akzente (Heft 3 / 2007).
noch eines der verbotenen worte
wenn du nicht ein engel wärest hätte ich dich geliebt
deinen körper verschluckt millimetergenau die erde erkundet
wenn du einen körper hättest
zu nahe wärest du mir dann du wärest kein engel
sauerstoff brennt
man verbrennt sich an stickstoff der nicht brennt
engel brennen
man verbrennt sich an menschen die nicht brennen
pathos ist tatsächlich etwas altmodisches
pathos und engel passsen gut zusammen
wenn du kein engel wärest hätte ich dich geliebt
agressiv wie frauen männer lieben die keine engel sind
das tun die frauen und sie tun es wieder und wieder
flüssiger stickstoff ist immer eine zumutung
er ist nämlich kein stoff hat falten tut weh
wird nebel wird dunst wird finster wird ersticken
sehnsucht
verschwinde nicht
