„Hier spricht jemand, dem naturwissenschaftliche Fakten vertraut sind (die Autorin ist studierte Physikerin) und der sie in die »großen Themen«, Liebe, Ehe, Sexualität, Geburt, Alter, Vergänglichkeit, zwanglos einbringt.“ Michael Speier
Quanten in Versen
Dichter, Wissenschaftler und Wissenschaftshistoriker im Gespräch zu ästhetischen und thematischen Verbindungen ihrer Arbeit. Unterstützt vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und der "Grazia und Gravitazia" - Initiative der Sofioter Universität.
Ich
"Ich,
ich, ich, ich... schon nach dem
vierten
Mal ein sinnloses Wort."
Lars
Gustafsson, „Tod eines Bienenzüchters"
Der Schnee läuft
mir entgegen, stellt Fragen.
Das Weiß schweigt.
Der Atem des Schnees
ist flüssiger
Ich-Stoff in irgendeinem Labor.
Die Kälte wartet
auf jemanden: Stich-Stoff
durchdringt Haut
und Augen. Die Zeit schneit
in Splittern:
Quant-Frage - Quant-Schweigen,
Quant-Frage - zwei
Quanten-Schweigen.
Der Stick-Stoff
verwandelt sich in Liebe
in den Kristall
gewordenen, tauenden Haaren.
Ein Quant ist eine
Einheit Licht gleich wie
eine Schneeflocke
eine Einheit Schnee ist.
Vergeblich verführt
mich der Weg,
ihn von den
Schneewehen zu befreien.
Der Erstick-Stoff
ist bereits verdunstet.
Ich, ich ... oder
ich und der Schnee?
Das Licht ist
unbeweglich.
Tzveta Sofronieva, 1984