Wirklich ein Poem über die Liebe
Welch Ungerechtigkeit –
man kann nur über Halbliebe schreiben.
Die Poesie ist schon lange aus den Worten verschwunden.
Die Worte waren nie Teil der Poesie.
Wenn es Liebe ist.
Du bist die Mythologie des Weges.
Wenn es dich gibt, zählen wir Erde und Samen,
aber ihre Keime sind nicht immer Blut.
Allein. Soll mein Blut von Untergängen überlaufen,
sollen die Augen von Reklameschreien müde werden,
von U-Bahnlinien, von freundlichen Leuchtkäfern.
Ich dürste nach Gott, nach Alpen, nach Himmel.
Die vergängliche Verrücktheit des Blutes soll sich verwandeln
in schmerzende Liebe, soll langsam werden.
Erst dann werde ich zwischen die nördlichen Polder hinuntersteigen –
stürmisches, breites, begeistertes Umfüllen,
Gefühl von Tiefland.
Ein wahnsinniger Sprung vom Gott zum Menschen.
Die Tränen schämen sich nicht zu brennen,
die Augen enthalten sich, zärtliche Länder zu sehen,
hier, wo es nur mittlere
pseudoebene quasigebirgige Hügeligkeit gibt.
Ich dürste nach dem Schmerz, wenn
der Weg mich in seine Landschaft einmeißelt.
Ich bin der Weg.
Allein.
In allen und allen möglichen
Umrundungen der Welt.
Du bist die Mythologie des Weges.
Du liebst es, dass mein Körper mein ist,
und nicht ihn selbst.
Es entrückt dich, dass ich dort konzentriert bin,
dass ich der Weg bin.
Du bist wahrlich fremd,
Männer lieben andere Dinge.
Sie sind außerhalb des Weges. Immer außerhalb.
Ich stellte mir vor, dass wir zu Hause sind.
Du bist nur kurz weggegangen,
lange, lange wartest du
in einer langen, langen, nicht enden wollenden,
unvorhersehbaren, zukunftslosen,
unendlichen, dich stürmisch fortreißenden,
heute so gewöhnlichen, kilometerlangen,
parlamentarischen, transozeanischen,
alpin-niederländischen
sehr Sofioter
Schlange auf Milch.
Tropfen Reisemilch im unmöglichen,
in jeglicher Hinsicht kostbaren
Kaffee des Weges.
Es gibt keine Worte für Liebe
Es gibt kein Haus für die Liebe
Der Weg
Der Schmerz
Der Mythos von der Liebe
Jeder
Aufbruch
Jede
Rückkehr
Jede
Halbliebe
Jede
Poesie
Du
ich
gestern
Aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann
НАИСТИНА ПОЕМА ЗА ЛЮБОВТА
Каква несправедливост -
може да се пише само за полулюбов.
Поезията отдавна е изчезнала от думите.
Думите никога не са били в поезията.
Щом е любов.
Ти си митологията на пътя.
Ако те има броим земя и семена,
но кълновете им не винаги са кръв.
Сама. Кръвта ми да прелее от потъвания,
очите да се уморят от рекламни крясъци,
от линии на метрополитен, от ласкави светулки.
Жадна съм за Бог, за Алпи, за небе.
Мимолетната кръвна лудост да се преобърне
в мъчителна обич, да стане бавна.
Едва тогава ще сляза сред северните полдери -
неистово, широко, възторжено пресипване,
усещане за низина.
Безумен скок от Бога до човека.
Сълзите не се срамуват да виждат нежни земи
тук, дето е само една средна
псевдоравна квазипланинска хълмистост.
Жадна съм за болката, когато
пътят ме врязва в пейзажа си.
Аз съм пътят.
Сама.
Във всичките и всякакви
обиколки на света.
Ти си митологията на пътя.
Обичаш това, че тялото ми е мое,
а не самото него.
Унася те, че аз съм съсредоточена там,
че аз съм пътят.
Наверно си иноземен,
мъжете обичат други неща.
Вън са от пътя. Все вън.
Въобръзих си, че сме у дома.
Само за малко си излязъл,
дълго, дълго чакаш
на дълга, дълга, нескончаема
безкрайна, неистово отнемаща те,
така обикновена днес, километрова,
парламентарна, презокеанска,
алпийско-нидерландска
многософийска
опашка за мляко.
Капки попътно мляко в невъзможното
драгоценното във всечки смисли
кафе на пътя.
Няма думи за любов
Няма дом за любовта
Пътят
Болката
Митът за обич
Всяко
тръгване
Всяко
връщане
Всяка
полулюбов
Всяка
поезия
Ти
аз
вчера
1990
Indee a poem about love
How unfair -
it's possible to write only about half-love.
Poetry has disappeared from the words long ago.
Words have never been inside poetry.
When it is love.
You are the mythology of the road.
If you are there we count lands and seeds,
but sprouts are not always blood.
Alone, so that in being lost
my blood overflows
and my eyes get tired of advertising screams,
of subway lines, of endearing glow-worms.
I am thirsty for God, for Alps, for sky.
The fleeting blood madness must turn into
painful love, must become slow.
Only then shall I go down to the north polders -
a frantic, wide, rapturously growing hoarse,
a feeling for lowland,
an insane leap from God to man.
My tears are not ashamed to burn me,
my eyes refrain from seeing tender lands
here, where it is just a middle
pseudo-flat quasi-mountainous hilly place.
I am thirsty for the pain
when the road engraves me on its landscape.
I am the road.
All by myself.
In all and all kinds of
trips around the world.
You are the mythology of the road.
You love the fact that my body is mine
and not itself.
You are lost in reverie that I am concentrated there,
that I am the road.
You must be an alien -
men like other things.
They are out of the road. Always outside.
I imagined, we are at home.
You have gone out for a while,
waiting very very long
on a very, very long, unending,
unforeseen, unpredicted, futureless,
boundaryless, frantically taking you away,
today so natural, kilometers long, ever-lasting,
parliamentary, overseas',
alpic-netherlandic
very Sofia's
queue for milk.
Drops of milk in the impossible
and precious in all senses
coffee of the road.
There are no words for love
There is no home for love
The road
The pain
The myths about love
Each
setting off
Each
coming back
Every
half-love
Every
poetry
You
me
Yesterday
translation from Bulgarian by the author
Terminologie
für Dolores wegen der Philosophie des Feminismus,
der nicht die Frauenbewegung meint, sondern
die Existenzberechtigung verschiedener Standpunkte
Wir erschaffen eine Killer-Zelle. Sie verbindet sich mit einem Peptid. Wird ganz in vitro eingepflanzt. Wirkt. Der Tumor wird kleiner. Wird dünner Stück um Stück. Stirbt. Wir bezwingen eine der Millionen Krankheiten, die uns vernichten.
Ich frage die Immunologin, wie sie sich nach der Erfindung des Killers fühlt. Sie verkauft ihn an eine pharmazeutische Firma.
Mein Immunsystem hofft, nie an einem Krieg zwischen einem Tumor und seinem Killer
teilzunehmen. Ich frage mich, ob es nichtmilitärische Begriffe im Wortschatz der irdischen Sprachen gibt, ob alle Laute von männlichen Zähnen ausgesprochen werden?
Auf dem Boden des Labors bewegt sich eine Krebsspinne. Kein Tumor. Ich würde
ungern töten.
1998
Autorenversion aus dem Bulgarischen
angelehnt an eine Übertragung von Gabi Tiemann
Die Haut herunter
für Antjie Krog
schwarz ist sie, die schwarze decke schwarz ist die haut durstig ist die schwarze haut,
die schwarzen gene sind seine in mir in ihm meine, schwarz ist die haut
die männliche voller leidenschaften, meine. sie ist bergmännisch, verrußt vom erz,
staubig von wegen und den jahren, mit glut versengt, verkohlt
in den öfen von dampflokomotiven und konzentrationslagern.
stammes-, sklaven-, stollen-, plantagen-, landstreicher- und zirkushaut,
verfault und gejagt, fleischig und arm, schwarz ist die haut meines geliebten,
samten von licht gesättigt, mit liebkosungen und orgasmen sättigend,
zeichnet strahlen auf die schwarze decke, auf die haut, meine und die der kontinente.
sie verzeiht, verschluckt und verbirgt in ihrer farbe, rächt sich nicht, will nicht morden,
sie erniedrigt nicht, nur zwischen menschen bewahrt sich das menschliche, ich lebe,
lebendig ist die haut, durstig ist die schwarze, vielleicht wird sie mit meiner zusammenfließen.
westen und osten versammeln wir, machen wir, unterwerfen wir, gestalten wir um,
überwinden wir, die andere achse zieht mich, die afrikanische, die weibliche,
auf dass ich die pole verbinde, dass mich irgendwo schnee aufhält, dass ich zerschmelze
auf den abhängen der gletscher und der wasserfälle in den dschungeln,
im schweiß des negers, des mulatten, der zigeunerin, des kleinen maori, des indianers,
auf dass ich zu einer alles sehenden wolke verdampfe, dass ich die tränen in das weiße,
in das weise, durstige, hungrige, langsame, das schwarze, in mein meer abregne,
schwarz ist die haut meines geliebten, jede nacht, und am morgen, ohne dass ich weiß woher
Aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann
Надолу по кожата
„I write because I am furious.“
Antjie Krog
черна е, черната черга черна е кожата жадна е кожата черна,
гените черни са на него в мене в него моите, черна е кожата
мъжката със страстите, моята. минна е, осаждена от рудата,
прашна от пътища и от годините, с жар жигосвана, овъглена
в пещите на парни локомотиви и концентрационни лагери.
племенна, робска, галерийна, плантажна, катунарска и циркова,
гнила и гонена, хлебна и бедна, черна е кожата на моя любим,
кадифено заситена от светлина, с милувки и оргазми засищаща,
чертае лъчи по чергата черната, кожата, моята и на континентите.
прощава, поглъща и къта в боята си, бедите не връща, не й се убива,
не унижава, само сред човеци се съхранява човешкото, жива съм,
жива е кожата, жадна е черната, може би ще се слее с моята.
запад и изток събираме, правим, прекрояваме, преодоляваме,
другата ос ме влече, африканската, женската, да свържа полюсите,
някъде сняг да ме спре, да се стопя по склоновете на ледниците,
сред водопадите в джунглите, в потта на негъра, на мулата, циганката,
маорчето, индианеца, да се изпаря във всевиждащ облак, да изваля
сълзите в бялото, мъдрото, жадното, гладното, бавното, черното
мое море, черна е кожата на моя любим всяка нощ, и на сутринта,
без да знам откъде
terra incognita
Gedichte im Wespennest:
Zusammengehörende deutsche Originale, Autorenversionen bulgarischer
Gedichte sowie Übertragungen aus dem Bulgarischen von Alexander Sitzmann
veröffentlicht in Frauen schreiben. Graz: Leykam, 2006
und in Wespennest, 140. Wien: 2005
terra incognita
„Böhmen liegt am Meer”
Ingeborg Bachmann
Te
Terra – Erde, dürfen wir nicht sagen
Terrain – Vorbereitung einer neuen Tätigkeit, eines Baus,
Territorium – gewinnen, bewohnen, begreifen, abgeben.
Terrier – Hunderasse (so weit bekannt, nur in dem Zusammenhang benutzt)
Terror –Wasserquelle auf Gran Canaria,
stillt Durst von Einheimischen und Touristen
Ro-r-rr-r
Rohes Fleisch – wird je nach Vorbereitung
Suchimi, Carpaccio oder Mett genannt,
Röhren durchwühlen die Körper und die Städte:
Speise-, Abwasser-, Regen-, Heizungs-, Kanal
Gibt es Röhren im rohen Fleisch meiner Eierstöcke,
oder nennt sich das anders auf Deutsch?
Ist
Ja, ist er, ist sie, ist es,
auch Publizist, Polizist, Maschinist, Kommunist, Kolumnist
In
der Inn – ein Fluss in Österreich (verbindet Tirol mit dem Schwarzen Meer),
auch Innen gegenüber Außen,
und es ist „in“, es ist „in“, „in“ zu sein,
benimm dich after-post-modern getrennt
„in“ ist getrennt von „innen“ mit doppeltem „n“
und von „ihnen“ mit „h“ und von „en“ des „ent“-s
der Entscheidung, der Enttäuschung, der Entlassung
der Entzauberung
Ter-ror-ist-In(n), Terroristaußen - Terroristinnen
Terror ist „in“?
Terroristin in der Terra Incognita
der Zwischensprachlichkeit
Der schmale Grat auf Messers Schneide:
gehst du rechts – Männerwelt,
nach links – als ob feministisch.
Gehst du tiefer – schneidet es.
Springst du – zerschneidet es ich.
Vorsichtig, langsam, bedacht, mütterlich, geduldig, verzeihend,
laut, zwischen T, R und N, und ohne A,
mit Sicherheit ohne A, … und ohne Z.
2003
terra incognita
Böhmen liegt am Meer”
Ingeborg Bachmann
Те
те – хората, които не могат да си преведат латинската дума
Тerra,
терен – подготвяне на нов строеж,
територия – за печелене, населяване, проумяване, отдаване,
териер – вид кучешка порода,
терор – водоизточник на остров Гран Канария.
Ро
ровко, яйца, месо – зависи от приготвянето,
ров, отводнителни и защитни ровове през телата и градовете.
Р рррррр (ръмженето не изисква обясняване)
Ист
от истина, истерия, история,
а също машинист, мазохист, комунист, публицист.
Готови сме за американския пазар,
но за немския трябва Ин.
Ин свързва Тирол с Черното море.
Ин е река в Австрия.
Освен това нещо е “ин” като е на мода,
и е “ин” да си “ин”,
а в постмодерното “е ин” е обратното на “ние” и различното на “не и”.
Не и това и другото са легитимни,
не и терорът да е “ин”.
На български чакаме да има Ка
(обратното на “ак” от котарак, мерак, баджанак, спанак, някак).
Ка
като катарама, камелия, камила, камасутра, кама, кайма и майка.
Терористка в тера инкогнита на междуезичието.
Вървиш по тънкото острие на ножа:
малко надясно и попадаш в света на мъжете,
всяко отклоняване наляво те вкарва във феминистки напън,
поемеш ли по-надълбоко – реже,
скочиш ли високо - падаш разполовена.
Затова внимателно, момиче,
бавно и обмислено, майчино, ще рече търпеливо и прощаващо,
между Т, Р и Н или К, най-добре без А, и със сигурност без Я.
2003




